Lange hat man auf die erste Scheibe der Dinslakener „Trustgod Simon“ warten müssen, nun ist das Erstlingswerk „Pils in Kopp“ endlich bei Scumfuck erschienen. Und dort passen sie auch gut hin, die Jungs an der Grenze zwischen Niederrhein und Ruhrpott. Sie reihen sich ein zwischen bekannte Namen wie „Cotzraiz“, „Pöbel & Gesocks“ oder den „Broilers“. Dabei kopieren „Trustgod Simon“ nicht etwa deren erfolgreiche Konzepte, sondern liefern eine CD ab, die frisch, spritzig und – nun ja, einfach lecker ist. Wie ein gutes Bier eben. Das braucht bekanntlich 7 Minuten, „Pils in Kopp“ dauert gute 40 Minuten, genug Zeit also, um beim Hören das ein oder andere Bier zu trinken.
Die CD hat 15 Tracks, neben einem Intro und einem kleinen Outro bleiben also 13 Songs. Neben den zwei Coversongs „Alles was er will“ von „Loikämie“ und „Wir haben uns total toll verstanden“ von „Supernichts“ kann man also 11 eigene Tracks der Traugötter hören. Dabei decken sie zwischen ziemlich poppigem Metal über Ska bis hin zu partytauglichem Punkrock eine breite Musikpalette ab, die die 5 Musiker bestens beherrschen. Das Songwriting von Martin „Maddin“ Baumann erinnert teilweise an die Lokalmatadore, aber wenn dann die Metalriffs aus den Boxen strömen, dürften einige Hörer in andächtiges Staunen verfallen. Das ist erstklassiges Niveau, das ich selten von einer lokalen Band gehört habe.
Textlich bewegen sich die Jungs zwischen Schützenfest und Volkshochschule, da dürfte für jeden etwas dabei sein. Der Hörer erfährt, wie „Trustgod Simon“ zu ihrem Namen gekommen sind, warum Saufen besser als Kiffen ist und wie ein Wochenende am besten verbracht werden sollte. Also im Prinzip all das, was man schon von den zahlreichen Konzerten der Jungs gewohnt ist, alles immer mit viel Humor und einem Augenzwinkern.
Aber auch ernstere Themen werden angesprochen: Freundschaft, Feindschaft und die Punkrockszene werden musikalisch verarbeitet.
Die CD ist von der Band komplett in Eigenregie produziert worden, aber das mit soviel Sorgfalt und Liebe zu kleinen technischen Kniffen, dass man davon gar nichts hört. Vielleicht liegt es auch daran, dass die fünf einfach so routiniert sind, das bei den Aufnahmen einfach alles glatt läuft. Ich kann da nur mutmaßen, muss aber echt sagen: „Respekt Jungs!“ Die Platte kommt übrigens im edlen Digipack daher, hat ein sattes voll farbiges Booklet und darf eigentlich in keiner CD-Sammlung fehlen. Wer auf die angesprochenen Bands steht, sollte „Trustgod Simon“ auf jeden Fall ein paar Minuten seiner Zeit schenken. So gute 40 Minuten zumindest. Oder ein, zwei Bier.
Trackliste:
1. Sören
2. Du gehst mir tierisch auf den Sack
3. Lecker lecker Bierchen
4. Alles was er will
5. Untalentiert
6. Saufen für den Regenwald
7. Das letzte Lied
8. Punkrockszenespezialist
9. Pils in Kopp
10. Es kommt die Zeit
11. Ein neuer Tag
12. Wir hauen uns die Kirsche zu
13. Tourette – Attack
14. Wir haben uns total toll verstanden
„Trustgod Simon“ sind: Mundi (Gesang), Maddin (Gitarre & Gesang), Flup (Bass), Siggy (Gitarre), Paddy (Drums). Mehr Infos auf www.trustgodsimon.de
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TGS - Pils in Kopp!
